Navigator
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Inhaltsverzeichnis |
Allgemein
Ein Navigator ist ein menschlicher Mutant, der über das sogenannte Navigatoren-Gen verfügt. Er hat aufgrund eines besonderen dritten Auges die Fähigkeit, in den Warpraum zu blicken und kann somit Raumschiffe um gefährliche Wirbel manövrieren. Doch auch der Verstand eines Navigators unterscheidet sich von dem gewöhnlicher Menschen. Nur so ist er in der Lage den Warpraum mit seinen Dimensionen zu verstehen ohne den Verstand zu verlieren. Die Navigatoren des Imperiums orientieren sich dabei am einzigen im Warp wahrnehmbaren Fixpunkt, dem Astronomican des Imperators, welches von Terra ausgestrahlt wird. Es handelt sich bei ihnen also um eine spezielle Unterart des Psioniker.1
Alle Navigatoren gehören zu mächtigen imperialen Familien, den sogenannten Häusern der Navis Nobilite.1
Navigatoren sind für Flüge durch den Warp nicht unbedingt nötig, aber ohne sie sind nur extrem kurze Sprünge möglich und die Reisen zwischen den Sternen würden Jahre und Jahrzehnte dauern. Dieses Schicksal haben zivile Schiffe, die ohne Navigatoren auskommen müssen. 4
Anfänge
Im 20. Jahrtausend, im Dunklen Zeitalter der Technologie entwickelte der Mann, der später als Imperator in die Geschichte einging, in jahrhundertelanger Arbeit das Navigator-Gen, das den Menschen ermöglichte, von kurzen Warpsprüngen bei der Kolonisierung der Galaxis zu echter Navigation überzugehen.[Fehlende Quellenangabe]
Warp
Der Imperator wusste um die Natur des Warp: die Schwächen der Menschheit nährten den Warp und der Warp verstärkte die Schwächen der Menschheit, ein Kreislauf der irgendwann zur endgültigen Zerstörung der Menschen führen würde.
Um den Teufelskreis zu durchbrechen plante der Imperator eine neue Rasse zu erschaffen, die außerhalb des Warps stehen würde und die Saat des Chaos in ihrem Innern besiegen würde. Dies ermöglichte den neuerschaffenen Navigatoren Einblicke in die Natur des Chaos, die normalen Menschen verwehrt bleiben mussten: sie konnten dem Wahnsinn des Warp entgegentreten, seine Bewegungen und Echos fühlen und hören. Dies und das Astronomican ermöglichen eine verhältnismäßig sichere Navigation durch den Warpraum. Auch wenn Navigatoren resistent gegen die Einflüsterungen des Chaos sind, so bedeutet die jahrtausendelange Exposition im Warp dennoch enorme Belastungen.
Entstehung der Navigatorenhäuser
In der ersten Zeit unterstanden alle Navigatoren direkt dem Imperator, sie waren zu wertvoll, um sie jemand anderem als seinem persönlichen Schutz zu unterstellen. Durch diese Vorgehensweise kontrollierten der Imperator und später der Hohe Senat zu Terra alle Navigatoren, und alle Kontakte zu ihnen wurden streng reguliert. Trotz dieser bevorzugten Behandlung mieden die meisten Menschen Navigatoren als Mutanten, und mehr als einer fiel abergläubischen Menschen oder übereifrigen Missionaren zum Opfer.
Die einzigartige Machtposition der Navigatoren erlaubte es ihnen, ein Monopol auf interstellarem Handel aufzubauen, und dies beuteten sie auch skrupellos aus, um den Reichtum und die Macht der größten Navigatorenhäuser zu mehren. Niemand konnte Handel treiben, ohne dass die Navigatoren einen Anteil bekamen.
Navigatorenhäuser
Zu den mächtigsten Häusern gehören:
weitere Häuser:
Organisation und Machtstrukturen
Jedes Navigatorhaus wird von einem Novator geleitet, den Erben der Familienbesitze. Die mächtigsten Familien konkurrieren um die Position des Paternova, dem Paternovis Navis Nobilite, dem nominellen Herrscher aller Navigatorenhäuser. Jede Familie strebt danach eines Tages in den großen Navigatorenpalast auf Terra einzuziehen, der momentane Paternova ist Francisco M'edici XIV.
Kleinere Häuser sind den größeren Häusern durch Treueschwüre und Allianzen verbunden, die auch zwischen großen Häusern bestehen. Diese Allianzen bilden Handelskartelle, die um lukrative Verträge mit anderen Kartellen konkurrieren.
Die Handelsflotte des Imperiums muss sich ständig mit diesen Kartellen abmühen, wenn sie Navigatoren in Anspruch nehmen will, und das Imperium bemüht sich ständig die Fäden der Macht in der Hand zu behalten, auch wenn es selten zu offen ausgetragenen Konflikten kommt.
Stattdessen werden meist verdeckte Operationen wie Mord oder Erpressung benutzt, um störrische Novatoren oder deren Abgesandte zur Räson zu bringen und durch leichter steuerbare Familienmitglieder zu ersetzen. Der zu erreichende Reichtum und Einfluss ist so groß, dass Mord auch zwischen rivalisierenden Navigatorenhäusern üblich ist.
Offene Kriegsführung, wenn auch in sehr kontrollierter Form, zwischen in Fehde liegenden Häusern sind nicht unbekannt, und alle Häuser unterhalten gutbezahlte und gutausgerüstete Söldnerarmeen, und manche dieser Verträge reichen Jahrtausende zurück. Haus Emed-Useli beispielsweise zahlt alle fünf Jahre eine enorme Summe an die imperialen Gouverneure von Draconis Prime, um dann die Hälfte der PVS als Söldner zu rekrutieren. Solche Verträge sind vor allem mit Makropolwelten üblich, da diese gerne ihre Menschenmassen finanziell ausbeuten.
Auch Sklavenhandel ist ein lukratives Geschäft für die Navigatoren, und solange alle Abgaben regelmäßig bezahlt werden, drückt das Administratum beide Augen zu.
Handelskriege
Ein Handelskrieg ist eine beschränkte kriegerische Auseinandersetzung, die von den rivalisierenden Navigatorenhäusern formell deklariert werden müssen, und die vom Administratum unter Beachtung der Navigator-Konventionen erlaubt werden. Diese Konventionen sollen vermeiden, dass Handel und Handelsinteressen zu viel Schaden nehmen und auch, dass einer der Rivalen den anderen einfach zerstört.
Während eines Handelskrieges können Einheiten, die direkt unter Kontrolle der beteiligten Parteien stehen, Angriffe auf Handelsladungen, Handelsoperationen, Mitarbeiter, Angehörige und Eigentum des Rivalen durchführen. Die Gewalt sollte sich nicht über die Grenze der direkt Beteiligten ausweiten, also sind Tochterfirmen oder alliierte Häuser theoretisch tabu, werden aber oft in die Auseinandersetzungen hineingezogen. Die erzielten Resultate jedoch rechtfertigen in den seltensten Fällen die Verluste an Geld und Menschen, und meist bleiben bittere Feindschaften zurück.
Die Inquisition und die Navigatoren
Die Navigatorenhäuser haben eine unvergleichliche Machtposition innerhalb des Imperiums inne, da sie nicht direkt dem Imperium unterstehen, auch wenn sie sich meist danach richten, da beide Seiten von diesem Arrangement profitieren. Aufgrund ihrer Macht beanspruchen sie auch einen ständigen Sitz im Hohen Senat zu Terra, der vom Väterlichen Gesandten der Navigatoren, dem Abgesandten des Paternova, eingenommen wird. Die anderen Mitglieder des Senats misstrauen den Navigatoren aufgrund ihrer Mutation und ihrer Machtfülle, und tolerieren sie lediglich als notwendiges Übel.
Die Inquisitoren des Ordo Xenos haben die Aufgabe erhalten, die Navigatoren genau im Blick zu behalten, und dafür zu sorgen, dass sie sich innerhalb der imperialen Regularien bewegen. Anzeichen für eine Abspaltung werden gnadenlos niedergeschlagen: die Inquisition greift die betreffenden Häuser an, Güter und Eigentum werden beschlagnahmt, alle Mitglieder, die Anzeichen von Korruption aufweisen werden als Ketzer verbrannt oder in die Folterkammern verschleppt. Der Ordo Xenos genießt diese Aufgabe, und Widerstand würde die gepanzerte Faust des Imperiums auf die Navigatoren niederbringen und den Verlust aller Handelsprivilegien bedeuten.
Haus D'Kark, einst die Herren des kompletten Magdallan Systems, musste dies auf die harte Tour lernen: während einer Säuberungsaktion des Ordo Xenos auf Magdallan kam es zu Kämpfen zwischen den Söldner der D'Kark und den Einheiten der Imperialen Armee, die auf direkten Befehl der Inquisition handelten. Der Navigatorenpalast in Magdalakeen widerstand daraufhin zahlreichen Angriffen der imperialen Kräfte, die hunderte Opfer zu beklagen hatten. Kurz darauf landeten zwei Kompanien der White Scars auf Magdallan Prime, und nach einem schweren orbitalen Bombardement stürmten sie den Palast und schlachteten alles und jeden ab, der sich darin aufhielt, inklusive der Haremsmädchen und Kinder der Hausdiener. Die die entkamen, wurden gejagt und exekutiert. Nur der alte Novator D'Kark überlebte und wurde von einem Inquisitor des Ordo Xenos gefangen genommen. Nach fünf Jahren Haft wurde sein abgeschlagener Kopf dem Palast des Paternova auf Terra als Warnung an alle Navigatorenhäuser überstellt. Die gesamte Bevölkerung von Magdallan Prime wurde einer Säuberungsaktion unterworfen und die Überlebenden auf Todeswelten deportiert.
Solche brutalen Machtdemonstrationen sind selten, oft wiegelt die Inquisition die Bevölkerung von Welten gegen die Navigatoren auf, wenn dies den Interessen des Imperiums entspricht. In der Folge brechen diese geschürten Aufstände gegen die Navigatorenbezirke los, und das Adeptus Arbites sieht tatenlos zu, wie die Navigatoren gegen die Lynchmobs um ihr Leben kämpfen müssen.
Diese anhaltende Unterdrückung der Navigatoren durch die Inquisition wird als notwendig erachtet, wenn das Imperium die Kontrolle über die Raumfahrtrouten behalten will.
Mutationen und Aussehen
Abgesehen von der offensichtlichen Mutation des Dritten Auges weisen viele Navigatoren aufgrund der langen Zeit, die sie dem Warp ausgesetzt sind geringere Mutationen aus. Diese Mutationen werden von den Navigatorenhäusern verborgen, und zusätzlich entstehen Probleme durch die Verarmung des Genpools, die aus den Heiraten zwischen den Häusern enstehen. Viele Kinder werden deswegen kurz nach der Geburt getötet, da sie selbst für Navigatoren zu mutiert sind.
Das Aussehen der Navigatoren kann sehr unterschiedlich sein, obwohl Mitglieder derselben Familie natürlich ähnlich aussehen. Tendenziell sehen sie groß und dünn aus, und ihre Hautfarbe kann auf eine beunruhigende Art durchscheinend sein. Die Augen können sehr groß sein und die Iris kann fehlen, wohingegen andere Gesichtsmerkmale oft unterentwicklet sind. Hände und Füße können überproportional groß und verwachsen ausfallen. Gewöhnlich fehlt auch jegliche Körperbehaarung. Das Ausmaß und Auftreten dieser Merkmale ist individuell.
Vor allem die sogenannten Ältesten der Navigatorenhäuser sind oft bis weit jenseits von allem, was das Imperium noch tolerieren kann mutiert. Sie werden sorgfältig vor den Augen aller Außenstehenden verborgen gehalten, um bedrohliche Irritationen zwischen den Angehörigen der Navigatorenfamilien und ihren imperialen Verbündeten zu vermeiden.
Navigatoren tragen Tätowierungen, die auf ihren Berufsstand hinweisen, wie beispielsweise ein Auge, einen Kompass, einen Stern... 4
Karriereverlauf für Navigatoren
Junge Navigaoren werden normalerweise in Handelsflotten eingesetzt, ältere und erfahrenere dienen in der Imperialen Flotte oder auf Schwarzen Schiffen. Navigatoren, die zu alt sind, um sich noch dem Warp auszusetzen, ziehen sich in ihre Häuser zurück und hoffen darauf, zu Anführern ihrer Häuser zu werden, den Novatoren.
Miniaturen
Soweit bekannt, wurde nur eine Miniatur für Navigatoren im WH40K-Maßstab herausgebracht (zu Zeiten der Ersten Edition). Fanatic Games produzierte eine Miniatur eines Navigators für Inquisitor.
Regeln für Navigatoren bei Inquisitor können auf der Specialist-Games-Page unter dem Titel "Seeing the Warp" heruntergeladen werden.
